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Köln, den 25. Juli 2005 Ist Deutschland innovationsfeindlich? Bundestagsabgeordnete diskutierten auf Einladung des Führungskräfteverbandes Chemie (VAA) im Industriepark Höchst Von Sven Aretz, VAA Köln Mit innovativen Technologien will die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähig bleiben und Arbeitsplätze erhalten, aber haben neue Technologien in der deutschen Gesellschaft eine Chance, oder werden sie abgelehnt? Was muss sich in Deutschland ändern, damit Forschung und Industrie international wettbewerbsfähig bleiben? Das waren die Themen der Podiumsdiskussion im Industriepark Höchst zwischen den Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Heinz Riesenhuber (CDU), Gudrun Schaich-Walch (SPD), Dr. Heinrich Kolb (FDP) und Margareta Wolf (BÜNDNIS 90/Die Grünen) am 19. Juli 2005.Eingeladen hatte die Landesgruppe Hessen des Verbandes angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA), die Arbeitsgemeinschaft VAA im Industriepark Höchst sowie die Sprecherausschüsse der Aventis Pharma Deutschland GmbH, der Bayer CropScience GmbH, der Clariant und der InfraServ Hoechst. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Journalisten Dr. Harald Rau."Deutschland hat zu oft nein gesagt zu innovativen Industrien, das wird sich einmal rächen", sagte Kolb, selbst geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen metallverarbeitenden Unternehmens. Der Export sei beachtlich stark, aber das reiche nicht aus. "Wir sind weit davon entfernt, eine neue Gründerzeit zu haben, die wir aber brauchen." Kolb forderte mehr Offenheit gegenüber Innovationen und Wettbewerb sowie entsprechendes politisches Handeln. Dem stimmte der ehemalige Bundesforschungsminister Riesenhuber zu: "Wenn wir hier nicht mit fröhlichem Unternehmergeist ans Werk gehen, passiert gar nichts." Innovationen würden zum Beispiel in den deutschen Medien nicht besonders prominent behandelt. "Wir haben in diesem Land ein Umfeld, das Unternehmer entmutigt." Das müsse sich ändern. Gudrun Schaich-Walch wandte ein, man könne fröhlichen Unternehmergeist nicht verordnen. "Wir haben in der Regierung viel bewegt, auch in der Biotechnologie. Man muss für die Gesellschaftsfähigkeit werben." Aber es werde immer Technologien geben, die wegen gesundheitlichen oder umweltrelevanten Aspekten nicht gesellschaftsfähig und daher unwirtschaftlich seien. Ein Markt für die Zukunft sei aber der Gesundheitssektor, hier gelte es in die Forschung zu investieren. Schaich-Walch forderte, dafür auch politische Haltungen überprüfen, ob sie noch richtig seien etwa zur Stammzellenforschung. Margareta Wolf sah die Gefahr, dass Deutschland in einigen Bereichen der Entwicklung hinterlaufe und dadurch auch auf anderen Feldern den Anschluss verpasse. "Ich glaube nicht, dass wir heute vor der Herausforderung stehen, uns der grünen Gentechnik oder der Stammzellenforschung zu öffnen. Das ist schon in anderen Ländern gelaufen." Vielmehr solle man sich auf die weiße Biotechnologie für Materialforschung und die Medizin konzentrieren. Hier habe Deutschland größere Chancen. Dem widersprach Riesenhuber energisch: "Ich warne dringend davor die Gentechnik aufzugeben, das ist lebensgefährlich." Diese Technologie biete gewaltige und gewaltig wachsende Märkte und große Chancen für die Medizin. Deutschland habe mit rund 400 Biotechnologie-Unternehmen mehr zu bieten als andere Länder, diese Unternehmen "dürfen nicht entmutigt werden." Zur Unterstützung von Forschung und Industrie müssten Bürokratie abgebaut sowie die Bürger und Unternehmen steuerlich entlastet werden, darin waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Außerdem sollten die Lohnnebenkosten gesenkt werden.
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